»Mei Schnallerl, mei Schuacherl,
Mei Knöpferl, mei Röckerl,
Mei Federl, mei Hüaterl, juchhe!
Bi mein Votern sei lustga Bua!«
Am Tischlein neben dem Uhrkasten saß ein ältliches Ehepaar, das wollte seinen häuslichen Zank abwechslungsweise einmal im Wirtshaus abwickeln. So oft er aus seinem Glase einen Trunk tat, fiel sie ihm in die Hand: »Sein laß! Hast eh schon zu viel!« Und keifte ihm ins Gesicht hinein, dieweilen er mit der Faust vor ihrer Nase fuchtelte.
Immer noch mehr Leute kamen. Die Stube war schon voller Dunst und Tabakqualm, Gelächter und Geschrei und Gefluche darunter. Die Kellnerin eilte hin und her, aus und ein: »Was schaffens? Bier, Wein, weißen, schwarzen? Kuttelfleck, Rostbraten, Kälbernes?« Doch die Stimmung war schon weniger für »Kuttelfleck« als fürs Fluchen, Zündeln und Raufen.
»Ich weiß nit,« sagte das buckelige Weberlein aus Ruppersbach, das an der Ofenbank saß, zutraulich zum Michel, »wegen warum die Leut gar a so tun schimpfen. Ist eh so viel gemütlich im Wirtshaus. Wär eh so viel gemütlich, wenn die Leut nit alleweil taten schimpfen. Warm ist’s schön. ’s Weinl ist gut, schön plauschen kann man miteinand und ein Fried hätt ma, wenn d’ Leut nit alleweil taten schimpfen.«
»Recht hast, Weber,« gab der Michel bei, »ja, wenn halt all so wären wie du, selm wohl, selm!«
Wurde der Kleine noch zutraulicher und lispelte: »Gelt, Michel, wenn sie kommt, wenn sie gach kommt, du tust mich verstecken?«
»Wer soll denn kommen?«