»Meine Alte, mein, du! Bin nit ein Augenblick sicher; gelt, du bist so gut und sagst, ich bin nit da. Dir glaubt sie’s schon. Mir tat sie’s nit glauben. Mir tut sie gar nix glauben. Mich tut sie ausgreinen,« gestand er weinerlich. »Mein lieber Michel, du glaubst es nit! Alleweil, den ganzen Tag tut sie greinen.«

Bei diesem Eingeständnis verfiel der Weber in ein solches Selbsterbarmen, daß der Michel schelmisch seinen Kopf zwischen die Schultern niederzog, die Lippen über die Zähne einkniff und mit dünner Greisenstimme dem Unglücklichen zum Sänger wurde:

»Der Wirt is mei bester Freund,

’s Weib is mei größter Feind,

Daß doh de Weiber

So zwider mögn sei!«

Allsogleich sangen es an den Tischen mehrere nach, unter der Melodie eines Wallfahrerliedes, und kreischend wurde es wiederholt:

»Und daß doh de Weiber, de Weiber, de Weiber

So zwider mögn sei!«

Durch den Küchenschuber kam fortwährend dampfende, duftende Gottesgab herein: Braten, Triet, Kuttelfleck, Lüngerln, Kaffee. Und fiel es dem Michel ein: Während wir da das närrische Spottlied lärmen, ist die Frau ununterbrochen mit Fleiß und Sorge tätig, daß die Gäste befriedigt werden. Und wann denn eigentlich ihm, dem Michel, die Frau Apollonia Anlaß gegeben habe, solche Liedeln laut zu machen? Auch seine brave, gute Hausfrau mit zu beschimpfen, um die besoffene Bande zu unterhalten? Ein Grausen befiel ihn. Den Hausknecht rief er: »Poldl, geh, bind die weiß Schürzen um und hilf der Kellnerin einschenken. Ich hab ein Weg zu machen.«