»Bist ein merkwürdiger Förster, du, der von der Jägerei nix wissen will.«

»Ob der Schmarotzer Hirsch heißt oder Borkwurm. Im Wald kann ich solch Getier nicht brauchen. Die Gemsen, das ist was anderes, die sind im Steingebirg, die können nicht viel schaden.«

»Frisch auf, zum Gamselschiaßen!« trällerte der sanglustige Michelwirt. Es kam wieder zu nichts. Ein alter graubärtiger Waldbär, der Holzmeister Fernand, begegnete ihnen und brachte für den Förster frischen Ärger.

Er kam vom Hochgebirge her, wo er zeitweilig beim Jagdschlosse nachzusehen hatte. Quer über den Rücken aneinandergebunden trug er ein Paar Ski, die nach beiden Seiten lang hinausstanden. Oben um das Jagdschloß lag der Schnee noch klafterhoch. Und doch hatte der Teufel den Weg dahin gefunden. Der Fernand berichtete, daß im Jagdschloß eingebrochen worden sei. Durch das Dach, und die Diebe müßten es hoch haben hergehen lassen im Fürstenzimmer; die Öfen voll Asche, Reste von Konserven, geleerte Weinflaschen und Zigarrenkisten. Der Silberschrank jedoch sei nicht erbrochen worden.

»Ist mir unlieb,« brummte der Förster, »so sind’s keine Berufsdiebe gewesen, so ist’s wer von unseren Leuten gewesen.«

»Etwan ich!« bäumte der Holzmeister sich auf und funkelte mit Adleraugen auf den Förster.

»Na, freilich du,« lachte dieser und klopfte dem Alten auf die Schulter. »Der Fernand schaut gerade so aus, als ob er in fürstlichen Jagdhäusern heimliche Gelage halten tät.«

»Kann auch mein’ Dienst aufsagen, wenn Mißtrauen ist.«

Sie hatten zu tun, ihn zu beruhigen.

Endlich kamen sie zur Stelle, wo unsere Freunde sich auf den Rasen setzten, ihr mitgebrachtes Mittagsbrot verzehrten und zu endgültiger Schlichtung auch dem Holzmeister davon boten.