Da bleibt man lieber weg und läßt die Frage offen.

Warum es nur den Burschen erlassen sei, ein öffentliches Bekenntnis abzulegen, habe ich den Rocherl scherzweise gefragt. Er schaut mich verblüfft an und antwortet, ich solle nicht so dumm fragen. — Was soll man sich von einer solchen Antwort denken, Philosoph?

Nun, bei dieser Prozession ging der Schragererknecht neben mir her, und der Almhalter Blasius und hinten der Saufüsselbub. Während des Psalters führten sie miteinander eine halblaute Unterhaltung über Dirnlein, die nicht da wären. — „Die Gleimersche ist wohl schon auf der Alm.“ „Die Kulmbock Fronel?“ „Die hilft ja das Frauenbild tragen, siehst du sie denn nicht? Dort, die große mit der roten Masche auf dem Buckel. Einen ganzen Rosmaringarten hat die auf ihrem roten Haar, dreidoppelt hat sie das Grünzeug um den Kopf geschlungen. Na, die muß freilich Eine sein! Sogar mehr als eine.“ „Hast du die Adamshauserische noch nicht gesehen?“ „Bigott, die Barbel ist nit da!“ „Die thut am End’ kirchenschwänzen heut’.“ — Da huben die Racker an zu kichern.

Und nachher zu Mittag. Als der Adam heimkam von der Kirche, ging er in die Kammer, wo das Mädel gerade Linnenzeug zusammenfaltete, an dem sie genäht haben mochte.

„Ist bei dir heut Werktag, Barbel?“ fragte der Vater.

„Am Werktag komm’ ich nicht dazu, zum Nähen.“

„Ich hab’ gar gemeint, du bist krank, daß du nicht in die Kirche gehst an so einem Tag!“

Sie knüpfte wohl eifrig an einem Zwirnsfaden und sagte dann ganz gleichmäßig: „Vater, ich hab’ nichts aufzusetzen gehabt. Das dumme Schaf. In den Garten ist’s mir gestern gekommen und hat den Rosmarin gefressen.“

„Daß du aber nicht besser acht giebst, Kind!“ sagte der Adam und ging in den Garten hinaus. Es war so. Die Rosmarinstämme abgebissen und welk.