„Gott Lob und Dank,“ sagte er, „daß nur die Quelle nicht verschüttet ist. So lange der Mensch noch Wasser hat, ist’s nicht zum Verzagen.“
„Und die unausrottbare Zufriedenheit ist noch besser als Wasser.“ So ich. „Euch müßte nach meiner Meinung Gott als Lohn für Euere Geduld das größte Glück geben.“
„Und nach meiner Meinung,“ antwortete er wohlgemut, „müßte er das Glück gerad’ solchen schenken, die kein Unglück ertragen mögen. Ich meine halt alleweil, wenn nur die Kinder brav sind, alles andere ist zu ertragen.“
Dieses Gespräch hatten wir während des Arbeitens geführt, da rief die Mutter vom Hause herauf: „Vater! Du sollst ein bissel kommen, es ist wer da.“
Der Adam stand ein Weilchen ruhig, als überlege er, wer denn da sein könne. Dann ließ er den Draht aus der Hand fallen und ging langsam hinab.
Ich blieb bei der Brunnenarbeit nicht lange allein. Der Rocherl kam, stolperte über den Draht, riß ihn mit der einen Faust zornig aus dem Rohre.
„Was thust du denn, Rocherl?“
„Wir brauchen kein Wasser!“ knirschte er, „all miteinander sollen sie verschmachten. Da ist er!“
„Wer? Der Kornhändler?“ frage ich noch.