„Ja, wenn ich könnte, meine liebe Bäuerin. Es will halt auch das Mahlen gelernt sein.“
„Korn aufschütten wirst doch können! Mahlen thut ja eh die Mühl’ selber.“ Und setzt traulich bei: „Schau, Hansel, du solltest halt jetzt der meinige sein, derweil mein Alter fort ist.“
Sacker! denke ich, die setzt scharf ein.
„Na, was sagst du, Hansel?“ fährt sie fort. Schalkhaft wird ihr Reden; am Mehlkasten lehnt sie und streckt ihre fleischigen Arme nach beiden Seiten aus: „Jetzt möcht’ ich just einmal wissen, wer breiter klaftern kann, du oder ich.“
„Ob’s dem Kulmbock wohl recht sein wird, wenn wir messen?“ bemerke ich möglichst ernsthaft.
„Fragt er, ob’s mir recht ist, im Heu, mit der Teuxel weiß wem?“
„Natürlich, das Klaftermessen ist doch keine Sünd’.“
„Ja so!“ ruft sie, „im Adamshaus redet man noch von der Sünd’. Nit schlecht, das! Weißt, Hansel, die Sünd’ darf der Mensch nit verachten, die schmeckt alleweil gut.“
Weil sie mir immer näher kommt und die Gefahr, daß sie ihre Arme um mich zusammenklappen könnte, immer größer wird, ich mich an Vorurteilslosigkeit von ihr auch nicht übertrumpfen lassen will, so sage ich in aller Freundlichkeit: „Weißt, meine liebe Kulmbockhoferin, ’s ist mir nicht deines Alten wegen, und auch nicht der Sünde wegen — aber zu unsauber bist mir.“
Als ob ihr eine breite Hand heftig ins Gesicht geschlagen hätte, so fährt sie zurück. Und der Mühlesel ist augenblicklich entlassen gewesen. —