Am Allerseelentage hatten die Hausmutter und die Barbel auf dem Grabe des Vaters eine Kerze angezündet, eine Flasche geweihten Wassers auf den Hügel gegossen und still einige Vaterunser gebetet. Die Barbel versank dabei knieend in ein so tiefes Träumen, daß sie gar nicht wahrnahm, wie die Mutter aufstand und langsam des Weges vorausging. Endlich hat sie angefangen zu weinen.
Ich sah es durch die Hecken und als mir an der Ecke der Lehrer begegnete, da war meine Zurede, er solle doch auf den Kirchhof gehen und nachsehen, ob dort nicht etwa ein betrübtes Menschenkind tröstlichen Zuspruchs bedürfe.
„Das kann ich auch thun,“ sagt er.
Dann geht er hin, steht eine Weile neben ihr und weiß nicht recht, wie er anfangen soll.
„Barbel,“ sagt er endlich. „Was kränkest du dich so! Das hilft nichts. Steh nur auf, es ist nicht gesund so zu hocken auf dem feuchten Rasen.“
Sie erhob sich und ging an seiner Seite hin.
„Ich will dir gleich was sagen,“ sprach er, wohl um sie zu zerstreuen. „Was denkst du zu einer Kuh?“
„Einer Kuh? Aber das wird ja noch Zeit haben,“ sagt sie.
„Wenn wir ja doch vielleicht ernst machen wollen in diesem Monat? Eine Milchkuh habe ich gekauft.“