„Barbel! Wenn es euch nicht heilig ernst ist, dann lasset es sein. Im Heiraten hat man die Wahl, in der Liebe hat man keine.“

Sie bricht heftig Späne entzwei, aber das Zittern ihres Leibes habe ich doch bemerkt.

„Das, was du jetzt gesagt hast, Hans —.“ Sie stockt.

„Daß man in der Liebe keine Wahl hat —?“

„Ich kenne eine, die’s erfahren hat.“

„Und ich auch einen solchen!“ Darauf mein Einsatz. Und denke für mich, der, den ich meine, der hat in jungen Tagen mit der Liebe gespielt, mit der Liebe geprahlt. Aber kennen gelernt hat er sie erst spät, als das Leid dazugekommen ist und das Erbarmen. Und schreie es plötzlich heraus: „Ein Mitleid habe ich mit dir, du herzgutes Mädel, alles möchte ich für dich thun. Wenn das die Liebe ist, Barbel — — und du kannst mich nicht gern haben — — dann ist es aus mit mir....“

So ähnlich muß ich gesprochen haben, so zittert es noch in mir nach.

Und sie? Sie hat sich nicht gewehrt, hat ihr Haupt zurückgelegt auf meinen Arm und ich habe ihr Küsse gegeben auf die Stirn, auf die Augen, auf den Mund, und haben uns aneinander gesogen mit den Lippen, als hätten wir uns gegenseitig austrinken mögen.

Und als das vorbei gewesen, hat sie mir mit feuchtem Blick ernst und offen in die Augen geschaut und hat langsam, wie traumhaft, gesagt: „Endlich, endlich. — Endlich ist die Stund’ gekommen....“