„Und bei dir schon gar!“ setzte er bei, auf die Barbel spielend. „Recht hast. Erst in Kailing habe ich es gehört.“
„Haben dir’s nicht geschrieben, weil wir wieder eine Dummheit fürchteten.“
„Man wird ja gescheiter,“ sagte er.
Und jetzt war vom Nachhausegehen keine Rede mehr. Jetzt begann es lustig zu werden. Auch die Hausmutter nippte vom Glas, klatschte mit den Händen: „Verklöpfelte Leut’ seid’s!“ — Ich denke, es hat ein Lobspruch sein sollen.
Der Kulmbock versicherte von Zeit zu Zeit, daß er „keine geschmalzenen Schuhnägel fresse“.
„Ich auch nicht!“ gab der Valentin bei und ließ sich den Schweinsbraten schmecken. Und dann kamen die Erzählungen aus dem Kasernleben, von den Märschen, von den Kameraden, von den Offizieren, besonders vom Obersten. „Weiler!“ hatte ihm dieser gesagt, „solange Sie das kreuzverfluchte Heimweh haben, bleiben Sie beim Regiment. Daß Gott mich — Sie bleiben! Bis Sie das Vollmondgesicht wieder aufgesteckt haben, mit dem Sie vor zwei Jahren eingerückt sind, bekommen Sie Urlaub. Und vorher nicht! Und nachher sofort!“ Diesen Ausspruch hat der Valentin sich zu Herzen genommen und soll er bei seiner erwachenden Frohheit thatsächlich zum Vollmondgesicht nicht viel länger gebraucht haben, als der Neumond zu dem seinen.
Längst Mitternacht vorüber, als wir uns von der Gesellschaft, die bei jungem Wein schon ausgelassen zu werden begann, verabschiedeten und den Heimweg antraten gegen das Adamshaus. Schneegestöber, blasser Mondschein, Windrauschen in den Bäumen. Der Valentin führte die Mutter am Arm, der Rocherl den Franzel, ich — mein Weib. Als wir ans Haus kamen, führte mein Weg nicht wie sonst über den Hof zur frostigen Stallkammer. Ich trat mit allen ins Haus und dann mit der Barbel ins warme Stübchen.
Beim Kirchenwirt sollen sie vierundzwanzig Stunden später noch beisammengesessen sein und zwar in einer Verfassung, die aller Beschreibung spottet. „Schwabenkäfer friß ich nit!“ soll der Kulmbock auf der Ofenbank liegend gelallt haben und da wären sie ihm auch schon zum Munde hineingekrabbelt.