Sie schaut mich verblüfft an, als wüßt’ sie gar nicht, was aus so einer Bemerkung zu drechseln wäre. Und ich mache die Erfahrung, daß ein Fichtenbaum immer härter wird, je tiefer man hinter den Splint kommt.
Wir sollten doch noch einmal probieren mit der Säge, schlägt sie vor. Und neuerdings zeigt es sich: Holzschneiden kann ich nicht und ich kann es nicht.
„Du Hansel,“ sagt sie plötzlich, „ich denk’, ’s ist das Gescheiteste, wir hören auf und gehen heim.“
Doktor, ich bitte dich, diesen Brief zu verbrennen.
Ja so, der Hase! Vom Hasen muß ich dir noch erzählen, der uns über den Weg lief. Von rechts nach links, was immer ein Unglück bedeuten soll.
Und auf einmal, als ob sie mich in meinem Gram zerstreuen wollte, fragt die Barbel: „Weißt du, Hansel, warum der Has’ an der Schnauze die Hasenscharte hat?“
„Weißt du’s?“
„Freilich weiß ich’s. Wie der Herrgott die Welt hat erschaffen gehabt, hat ihn der Hase ausgelacht, weil sie ganz buckelig ist. Und so viel hat er gelacht, bis ihm das Schnäuzel zerrissen ist!“ — Und dabei lacht sie selber wieder so hell, daß mir ganz heiß wird.
Lange hat’s freilich nicht gedauert, und es ist die fast traurige Ernsthaftigkeit in ihr, wie immer. Gott, wenn nur mehr Hasen über den Weg liefen!
Ich war nach diesem mißlungenen Baumfällen eine Nacht und einen halben Tag lang unglücklich. Da kam der Gemeindebote, brachte einen Steuerbogen und einen Amtsbrief in Sachen der Grundablösung. Der Steuerbogen ist immer ein Hagelschlag im Bauernhof und es ist vielleicht doch gut, daß es einen Kanzleistil giebt. — Geld her! Fünfunddreißig Gulden aus dem Sack, längstens bis nächst’ Wochen, oder wir nehmen dir die Kuh weg! — Diese Deutlichkeit wäre zu schrecklich. Da macht das Amt lieber so viele Umschreibungen, Windungen und Wendungen, Einschübe und Umzüge im Stil, teils gedruckt, teils geschrieben, teils lateinisch, teils was anderes, teils in Paragraphhaken, teils in Ziffern, teils in abgekoppelten Buchstaben, teils mit der Feder, teils mit Stampilien, daß es der Empfänger schlechterdings nicht versteht. Er liest hin und liest her, zerstudiert sich, was das denn wieder sein möchte, bis ihm allmählich die Ahnung kommt: warum, wieviel und bis wann!