Nun, bei dieser Gelegenheit habe ich die Scharte vom Holzschlag leidlich ausgewetzt. Wohlgemut machte ich mich ans Studium über die beiden Amtsschriften, bis es gegen Abend zur Not ersichtlich war, was die löblichen Behörden zu Kailing meinten.
„Doch eine schöne Sach’, wenn der Mensch lesen und schreiben kann!“ Dieses Lob hat mir mein Hausvater gesagt.
Aber der Ruhm ist nicht fleckenlos. Es kam eine neue Blamage. Laß dir erzählen.
Ganz vor kurzem war’s, daß des Morgens der Hausvater in den Stall trat und den Ruf ausstieß: „Hansel, was ist denn das? Wie kommt denn das fremde Vieh in den Stall?“
„Fremdes Vieh? Wieso?“
„Da steht ein schwarzgefleckter Stier, oder was es ist. Der gehört nit her da! Jesses, und wo ist denn unser falbes Öchsel. Wo ist das Öchsel, Knecht?“
Ich trat mit dem Licht heran und sah, daß ein fremdartiges Rind, scheckig wie Pinzgauerschlag im Stall war. Es hatte über den Rücken pechschwarze Flecken.
„Das ist nicht möglich!“ beteuere ich, „die Stallthür ist verriegelt die ganze Nacht.“
„Und das falbe Öchsel ist fort! Lang bin ich schon Bauer, aber so was ist mir noch nit passiert. Wenn man sich nit einmal so weit auf dich verlassen kann, daß das Vieh aus dem Stalle gestohlen wird, nachher kannst uns —“