— auch du gestohlen werden! — Der Alte ist nicht herb genug, um solche Lapidarsätze zu vollenden. Aber ich verstehe ihm seine Wünsche bereits aus den Augen zu lesen. Zu gleicher Zeit jedoch klärt sich mir auch das Ereignis auf.
Ich pflege nämlich meine Tintenflasche, damit sie nicht einfrieren kann, im warmen Stall auf einem Wandvorsprung aufzubewahren. Da mag bei der Nacht nun die Katze oder die Maus das Zeug herabgeworfen haben auf das falbe Öchslein.
„Tinte, sagst, ist das?“ fragte der Adam, „sei nit einfältig. Wie wird in den Ochsenstall Tinte kommen!“
Nun habe ich mein heimliches Treiben wohl bekennen müssen.
„Briefschreiben thust du? Briefschreiben? Ja, hast denn wo eine alte Mutter, oder sonst wen?“
„Mein liebster Hausvater,“ sage ich, „wir wollen jetzt einmal das Öchsel abwaschen gehen.“
Mit heißer Lauge und einem Kotzenlappen haben wir den ganzen Vormittag gearbeitet, bis der Pinzgauerschlag endlich zur Not abgewaschen war.
Mein Hausvater hat nachher lange und immer wieder den Kopf geschüttelt.
Tintenfluch im Bauernhause. — Auch gegen die Druckerschwärze ist eine instinktive Abneigung vorhanden. Es heißt, in einem Bauernhofe, wo sie anheben, ihre Nasen in Bücher zu stecken, käme bald der Bettel-Feierabend.