„Ja, ja,“ sag’ ich, „freue mich auch schon drauf, wollen dann bisweilen eines jodeln miteinand. Und fleißig arbeiten, versteht sich.“

Das sollte ablenkend wirken. Er fuhr fort: „Wenn du aber mit Zeitungen umthätest! Einen Knecht, der Zeitung liest, kunnten wir wohl nit brauchen. Sei froh, daß dir der liebe Gott einen ehrengeachteten Stand gegeben hat, der mit den lumpigen Faxen nichts zu schaffen hat. Wenn du was lesen willst, so findest drin in der Stuben das Leben-Christi-Buch, die Legend’ der Heiligen und die Hausgebeter.“

Darauf der Knecht, der zugereiste, ganz bescheidentlich: „Möcht’ ich doch fragen, Vater, warum Euch die Zeitungen gar so zuwider sind?“

Der Bauer hebt jetzt an, langsam sich zu recken, ganz hoch empor, bis sein Hut unter der Holzdecke sich platt quetscht. Andere schreien, wenn sie zornig sind, mein Hausvater spricht dann noch leiser als sonst.

„Daß du aber schon gar nichts weißt, Hansel! Hast denn nie was davon gehört, daß die Zeitungschreiber Heiden sind? Oder gar Juden!“

„Wohl, wohl, Vater. Das habe ich schon gehört!“

„Und daß die Zeitungen für den Bauersmenschen Gift sind? — Hast gleich ein Beispiel beim Nansen in Hoisendorf. Der nichts thut, als alleweil Zeitung lesen. Wahr ist’s, er hat fortweg mehr gewußt, als wir andern. Er hat gewußt, wie’s in Preußen hergeht, und im Franzosenland, und was die Landboten in der Reichsstuben sich alleweil für Grobheiten sagen und so Geschichten. Aber wie er seine Bauernwirtschaft betreiben soll, das hat er bald nimmer gewußt. Allerhand neue Sachen, wie sie in den Zeitungen angelobt werden — haben hat er sie müssen. Gekauft hat er sie ums teure Geld. Gar eine Kornsäemaschin’ hat er gekauft, als ob er selber keine Händ’ hätt’ dazu. Und wie er mit der neuen Maschin’ säen gehen will, hat er kein Samenkorn im Kasten gehabt. Und zuletzt kauft er dir, der Nansen, kauft dir —“ Er hebt an zu lachen.

„Was denn, Vater?“

„Ha, ha! Mußt mich aber für keinen Schwätzer halten, Hans, es ist gewiß wahr, die andern werden dirs auch sagen. Dünger kauft der Bauer! Der Nansenbauer, der den Stall voll Vieh haben könnt’. Kunstdünger kauft er ums bare Geld.“