Jetzt ward mir erst helle, warum der Mann so demütig ist. Den Landtag fürchtet er und seine Herrschaft dürfte sich auch nicht darauf freuen. Heimlich, was das Zeug hält, nur keinen öffentlichen Skandal. So soll halt jetzt der Rocherl versöhnt werden, natürlich. — Es wäre brav von dem neuen Abgeordneten, daß er sich an die Aufdeckung der Waldlumpereien machen wolle! Mit diesem Trost habe ich den Jäger entlassen.

Noch immer war es heute mit dem Alleinsein nichts in diesen einsamen Bergen. Beim Hinaufgehen gegen unsern Hof fand ich auf der Brunnenwiese — hier hat nämlich jedes Fleckchen Boden seinen besonderen Namen — den Hausvater. Er saß auf einem feuchten Grashaufen und holte Atem. Weil die Kühe im Stall ohne frisch Futter sich nicht wollen melken lassen zum Abend, so hat der Alte die Sense genommen und war Gras mähen gegangen. Während der Arbeit hatte ihn wieder sein Übel angefaßt.

„Warum thut Ihr das, Vater, wenn Ihr einen Knecht habt!“ sagte ich. Er hätte es mir ja am Morgen schaffen können.

Darauf er in kurzen Atemstößen: „Vergelt’s Gott, Hansel. Der Sonntag gehört dein.“

Nachdem das Futter im Kuhbarren war, ging ich in meine Heuscheuer, um wieder einmal nachzusinnen über die dumme Welt. Dort vertreiben sie sich Zeit und Kraft übermütig mit Mensuren, Duellen, Rennen, Wettlaufen und Wildjagen, halten eine halbe Million müßiger Soldaten, und mein Adam muß sogar am Sonntage unter der Arbeitslast zusammenbrechen.

Philosoph, du kannst gelegentlich einen deiner Weltweisen fragen, wie lange das noch dauern soll.


Meinetwegen sollen sie sich lieben, die Beiden. Es ist ja alles Thorheit, Thorheit! Es ist eine dumme Welt. — —