Aber als der Simerl durch’s Fenster guckte, da sah er, wie der Bäcker Jacob und der Postbeamte in heiterster Laune beim Kalbskopf und beim Weine saßen.

„’s ist einmal gedeckt für einen Zweiten,“ lachte der Bäckermeister, „und ist’s der Eine nicht, so ist’s der Andere. Und will ich’s aufrichtig sagen: Sie, Herr Postmeister, sind mir lieber als wie der alte besoffene Griesgram. Aber, wissen Sie was, machen wir Bruderschaft: Sollst leben!“

Lustig stießen sie an und der Simerl zog mit langer Nase ab. Er konnte sich das Ding gar nicht zurechtlegen. Noch einmal las er seine Einladung zum Kalbskopf, und nun klärte sich’s auf. Da stand’s ja schwarz auf weiß, genau, wie er’s selbst dem Postschreiber geschrieben hatte: „Erweis’ mir die Ehr’ und komm’ heute Mittags um 1 Uhr —“

Wie der Irrthum möglich war? Der Tabak-Simerl hatte in seinem Dusel den Einser doppelt gelesen.

Diesen Kalbskopf vergißt er nimmer, man könnte sagen: er liegt ihm im Magen, trotzdem, oder eben, weil ihn ein Anderer speiste; aber nein, der Simerl hat eher das Gefühl, als wie wenn ihm das Ding auf den Schultern säße. — In solch’ ungewissen Stunden schleicht er hinab zu seinem Kellerfäßchen und entschädigt sich mit

„Trinken, trinken,

Bis die Aeuglein sinken.“

Die Abelsberger der Majestät.

„Geschehen muß was!“ sprach der Vorstand im hohen Rathe zu Abelsberg, „denn warum muß was geschehen? Weil uns oberen Orts ist kundgemacht worden, daß sie in drei Tagen durchfährt. Sie hat’s gern, wenn was ist, und von den Abelsbergern wird was erwartet.“