„Aber jetzt muß ich schon lachen, Bäurin,“ rief die Küchenmagd, „da steht er, der Witwer. Heut’ Nacht ist ihm sein Weib verstorben.“
„O weh!“ sagte die Großhofbäuerin; „ja, Franzl, warum hast Du das nicht gleich gesagt? Warum denn nicht gleich, Franzel?“
„Er hat’s ja schon zehnmal gesagt!“ rief die Magd.
Die Großhofbäuerin hat nämlich nicht abelsbergerisch verstanden. Aber der Häusler Franz hat besser sprechen gelernt. Er ist nun wirklich wieder wer geworden — er ist Großhofbauer geworden.
Ein Abelsberger Heutrog.
Der Kreuzhäusel-Hans war arm daran, war Alles schuldig bis auf seine neun Kinder. Das Häusel und das Vieh waren ihm schon versteigert worden, und jetzt ging’s an den Stall.
Der Nachbar Türken-Sepp nahm’s zeitig wahr. „Du,“ sagte er zu seinem Schwager, dem Baumzapfer-Lenz „morgen wird zu Ober-Abelsberg der Kreuzhäusel-Stall versteigert; möcht’ gern dabei sein, muß aber morgen in’s G’reut hinüber; ist dort ein spottwohlfeiler Schimmel zu kaufen. Hab’ die Gutheit, Schwager, und geh’ zur Versteigerung, und wenn der Heutrog — ’s ist ein nagelneuer Trog, der mir just will passen — wenn der an die Reih’ kommt, so biete für mich mit. Gelt, ich kann mich verlassen?“
„Freilich, das ist gewiß,“ betheuert der Lenz, „recht gern, daß ich für Dich mitbiete.“
Aber auf dem Heimweg denkt sich der Lenz: ein spottwohlfeiler Schimmel wär’ zu haben drüben im G’reut? Ei, den geh’ ich mir holen morgen in aller Früh. Aber der Heutrog? — Da begegnet ihm sein Gevatter, der Spitzborsten-Toni. „He, Gevatter,“ ruft ihm der Lenz zu, „könntest mir einen großmächtigen Gefallen thun, morgen über Tags. Des Kreuzhäusel-Hans Stall wird versteigert; bist gewiß auch dabei. Ich möcht’ für einen guten Bekannten den Heutrog haben — ein nagelneuer Trog. Wolltest mir hübsch keck mitbieten darum!“