Da kam von seinem Umweg der alte Fischer vorüber, der wollte sie von der rauchenden Brandstätte entfernen.

„Gehet, gehet Eures Weges,“ rief sie ihm zu, „und wollet Ihr zum Seesteinerhof hinüber, so fahret über Land, auf dem See bricht das Eis. — Ich habe geschwind das Feuer gemacht, daß sie umgekehrt sind.“ Sie sagte ihm noch ein Wort, darob der Alte das Haupt schüttelte. Er eilte zum Wirthshaus und rief schon zur Thür hinein: „Gebt, Leute helft mir die Greth von der Brandstelle wegbringen, sie ist von Sinnen!“

Als sie zu den rauchenden Trümmern kamen, fanden sie das Mädchen am Herde kauern — erstickt und verbrannt.

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An dem Tage, als die arme Grethe begraben wurde, schnalzte und krachte es hin über den ganzen weiten See. Unzählige Sprünge zuckten hin und her, und der Reihe nach brachen die Schollen durch in das dunkle Gewässer. An der Hirschwand waren sie zwei Tage früher durchgebrochen.

Auf dem stundenlangen Landweg verkehrte das Dorf mit dem Seesteinerhofe, bis sich die schwimmenden Schollen im Wasser zerrieben und gelöst hatten. Auf dem Landwege wurde die alte Gstettnerin in das Gehöfte gebracht, wo ihr für ihre letzten, einsamen Tage eine gesicherte, warme Stube bereitet war. Auf dem Landwege ging der Pfarrer in den Seesteinerhof, daß er sich umsehe nach dem jungen Ehepaar, und wie es die heitersten Tage des Lebens begehe.

Aber im schaukelnden Kahn rudert der alte Fischer an einem schönen sonnigen und lebendigen Frühlingsmorgen nach Seeau herüber. Er schritt, ein hölzernes Kreuz auf der Schulter, die Dorfgasse hinan, in den kleinen Kirchhof hinein und zu einem graskeimenden Hügel am Heckenzaun.

Heute noch steht dort das hölzerne Kreuz, und folgende Worte sind darauf geschrieben:

„Hier ruht die guldene Grethe,

Geläutert hat sie erst der Tod;