Ein paar hohltönende Schläge, die unten schollen, schreckten den Kranken auf.

„Jesus! — Jesus!“ rief er laut, „eine Todtentruhen!“

Sie mußten ihn mit Gewalt im Bette zurückhalten. Er preßte die Hände in’s Gesicht und ächzte: „Sie ist gestorben!“ und hub an, herzerschütternd zu weinen.

Am nächsten Morgen haben sie auf hoher Bahre die Frieda davon getragen. Man hatte ihr den Brautkranz um die Stirn gewunden.

Im Sandhause war es noch stiller, als es vor der Hochzeit war.

Der junge Bauer erholte sich nur langsam, und als er das erstemal in’s Freie ging, hatte der herbstliche Reif die letzten Blümchen vernichtet. Und die Schwalben waren längst davon.

Der Sandhauser verlangte, daß man ihm erzähle, wie Frieda gestorben sei. Man wich der Frage lange aus, endlich aber wurde ihm mitgetheilt: In jener Nacht, da die Leute alle um ihn, den im Sterben Liegenden, versammelt gewesen, sei Frieda ganz allein und still verschieden.

„Gott sei Dank,“ murmelte der Sandhauser. „Da hat sie in Frieden mögen entschlafen. Ihr glaubt es nicht, Leut’, was das schrecklich ist, wenn sie Einem die Sterbekerze in die Hand geben, wenn sie klagen und die Gebete vorbeten, und was Alles dazu gehört. Und nichts kriegst mehr zu hören, als wie: Jetzt mußt Du sterben! Die Todesangst, ihr Leut’! ’s ist grausig!“

Heute ist der Sandhauser, wie man gern sagt, ein Mann in den besten Jahren. Er ist, wie die Leute im Koberwald und in den Freisohlergräben meinen, wieder lebenslustig; doch ob er sich noch einmal verheiraten wird, darüber getraut sich Keiner ihn zu fragen.