„So,“ sagte der Flori, „eine Solche bist Du, bei der es allemal Nein heißt, wenn der Mann Ja sagt, und eine Solche will mich lieb haben? Eine Solche will mit mir sein in Freud’ und Leid, wie es der Pfarrer sagt?“

„Der Pfarrer hat es noch nicht gesagt, mein lieber Flori.“

„Auf’s Widerpart richtest Du Dich ein! Na, das kunnt’ ein hübsches Zweigespann geben. Geh’, Du hast mich nicht lieb! Adieu, Adieu und in Ewigkeit Adieu!“

Sie sank an seinen Leib, er schob sie von sich und wollte davon; sie hielt aber fest an seinem Arm und rief: „Die Brust reiß’ mir auf und schau’ in mein Herz! — Einzig lieb bist mir, sonst sag’ ich nichts.“

„Will auch nichts hören, aber sehen will ich’s. Beweisen sollst mir’s einmal, was Du mir tausendmal hast gesagt.“

„Wenn Du wissen könntest, mein Flori!“ sagte sie, und ihr feuchter Augenstern wuchs, daß er das Weiße fast verdeckte. „Meinetwegen wollt’ ich Dir Ja sagen, was liegt an mir! Bist mein, ich frag’ nach keiner Jugend und keiner Tugend. Ohne Dich bin ich mir doch nichts werth. Wenn Du Dich aber heut’ mit einer eisernen Ketten an mich bindest, so gehört morgen Dein Leben und Dein Glück nimmer Dir.“

Dir gehört’s und ich werde Dich nehmen.“

„Du wirst mich nehmen, das glaube ich von Dir gleichwohl, aber ich werd’ nicht wissen, ist’s aus Lieb’ oder aus Muß. Ganz frei sollst Du sein, wenn Du mir vor dem Altar die Hand reichst.“

„Ganz frei, Vrona, das kann gar nicht sein. Vierzehn Tage vor der Hochzeit macht man das Versprechen; das gilt und bindet ehrenhafte Leut’ so fest wie die geweihte Stola. Heut’ ist dieser Tag und heut’, Vrona, mach’ ich Dir mein Versprechen für Zeit und Ewigkeit.“