Und als sie vom jungen Getanne hinaustraten in den Sommertag, der blendend licht in ihr Auge fiel, war der Bund geschlossen und der Schlüssel in den bodenlosen Abgrund geschleudert.

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Was da geschehen, es lag nicht in der richtigen Reihenfolge und verschob nun das Herz und den Frieden der Menschen.

Der Schwandhof war eines der vornehmsten Bauerngüter im Gau.

Der alte, trotzige Schwandhofer war einstmals hoch und stramm dagestanden wie die Wetterfichte hinter seinem Hause. Vor nichts hatte er sich gebeugt als vor seinem siebzigsten Jahr, vor diesem stand er gedrückt, auf den Stock gestützt, und seine Hand zitterte. Sein Wille stand noch aufrecht und schwang sich wie ein Herrscherstab und wie eine Ruthe über den Hof und die Gründe. Sein Weib war ihm angemessen. Mit vierzig Jahren hatte er die Zwanzigjährige geheiratet und sie getragen und erzogen und geliebt wie ein Kind.

Jetzt schien es bisweilen, als wäre sie der Mann und er das Kind geworden; er wollte es lange nicht glauben, aber sie überzeugte ihn, und ein Glück war’s, daß sich ihr Wille an dem seinen stark gewachsen hatte, daß sie im Ganzen so dachte und schuf, wie es ihr Mann gewohnt war — und so stand der alte Doppelmensch trotz Manchem ungebeugt da. Die meisten Leute behaupteten, die Schwandhoferischen besäßen Geld; Etliche aber sagten: sie wären vom Geld besessen. Nun ja, der Neid!

Sie thaten nichts Schlechtes.

Von besonderer Herzenswärme, aus welcher sonst so viel Lust und so viel Schmerz emporkeimt, wußten sie nichts. Ihr Gemüth, sonst etwa im Augenglanze des eigenen Kindes sich wieder erweichend, hatte sich gefestigt und verknorrt, bis — in seinem fünfzigsten, in ihrem dreißigsten Jahre der Sohn kam. Sie begrüßten den lange erwünschten Stammhalter mit berechnender Freude, hatten des Weiteren aber nicht viel Liebe geboten und nicht viel Liebe geweckt. Der Junge war kernig im Charakter und ehrsam wie die Eltern, auch selbstbewußt und trotzig wie sie.

Der alte Schwandhofer hätte wahrlich noch nicht daran gedacht, das Gut an seinen Sohn zu übergeben; mit dem Gute übergiebt der Bauer nur allzu oft auch seinen Freistand, er wird Knecht — der Knecht seines Kindes, wird bisweilen sogar Bettler, der die Brotkrumen erflehen muß von dem Tische, den er selbst so reich und üppig gedeckt hat. Der Flori ist auch noch viel zu jung; solche Leute, wenn sie in die Wirthschaft gesetzt werden, leben flott in den Tag hinein, denken an nichts, als daß sie „Herr“ sind, zeigen auch den Herrn und blasen ihn noch auf, so gut das Zeug hält, und das Vermögen verrinnt gemach in den Sand.

Das bedenkt der Schwandhofer.