Als der Bursche das saure Gesicht macht, fährt der Alte auf ihn ein: „Dir ist Einer zuviel im Steghof!“
„Das will ich nicht leugnen,“ erwidert trotzig der Soldat.
„Ja!“ lacht der Bauer — seine Stimme ist aber doch schon heiser — „der Bader hat den Geistlichen schon angeredet, wegen meiner letzten Oelung, der Todtengräber hat schon nach dem Maß gefragt. Hin worden bin ich nicht. Schon Deinetweg’ nicht, Du schlechter Lump! Dir weich ich nicht, gleichwohl Du schon lang’ Deine Kuh auf meinem Grabwasen möchtest weiden.“
Crispin ging dem Alten aus dem Wege. Er knirschte, bohrte die Nägel seiner Finger in das eigene Fleisch. — Soll er denn sein Leben verwarten und Knecht sein, wo doch das Anrecht da ist, auf Haus und Hof! — Er möchte heiraten: er möchte Herr sein. Er wird sich selber helfen.
Der Wachszieher-Franz war Crispin’s Kamerad von Jugend auf. Die Beiden waren recht ungleich, aber just das zog sie zusammen.
„Freund,“ sagte eines Tages Crispin zu Franz, „jetzt schau’ mich an, wie ich da steh’. Vom Fuß bis zum Kopf ein armer Teufel. Keinen Kreuzer Geld. Ich will aber doch ein paar Säcke von meinem Korn verkaufen.“
„Wo hast denn Du Dein Korn?“
„In meiner Tenne, im Steghof, wo denn sonst! Hilf mir die heutige Nacht, daß wir es davontragen. Sollst es nicht umsonst thun.“
„Crispin!“ entgegnete der Franz mit feierlicher Stimme, „Stehlen ist Sünd’, kommst in die Höll’!“