„Du hast recht, Julchen, schlagen werde ich nicht.“
Die Jahre waren da und der Crispin wurde Soldat. Draußen in der Welt giebt es viel zu sehen und zu hören, und Menschen aller Gattungen laufen durcheinander und sagen ihre Gedanken, ihre Gesinnungen.
„Luderleben genießen!“ schreit der Eine, „im Himmel giebt’s lauter Betschwestern, da mag ich nicht sein, in der Höll’ finde ich alle lustigen Kameraden wieder.“
„Himmel! Hölle!“ ruft ein Anderer, „lauter Geschwätz. Hin ist hin.“
Was nützt’s, wenn ein Dritter predigt: „Auf Himmel und Hölle bauen nur gemeine, selbstsüchtige Creaturen. Das Gute ist gut, auch wenn es keinen Lohn findet; seiner — des Guten selbst willen — wird der echte und edle Mensch dasselbe üben, und seinen Lohn nur in dem Bewußtsein suchen, Gutes gethan zu haben.“
Gut gemeint vom Dritten auf jeden Fall. Aber was nützt’s einem Menschen wie dem Crispin?
Der Crispin, als er das gehört hatte — bei einer Feierlichkeit, vom Festredner war es gesagt worden, die Militärbande hatte hierauf Musik gemacht, der Crispin das Clarinett geblasen — der Crispin also dachte und blies es in sein Instrument hinein: „Schau’, da hat’s wieder Einer gesagt, das man sich herausnehmen kann: es giebt nichts auf der andern Seiten. Ist schon recht, weiß ich, was ich auf dieser zu thun hab’.“
Jetzt trifft die Nachricht ein, der Steghofer sei schwer erkrankt. Vor Freuden darüber bewirthet der Crispin den Boten bis auf seinen letzten Pfennig. Nun wird er bald Herr im Steghofe sein. Die Dienstzeit vergeht.
Wie der Crispin heimkommt nach Altendorf, findet er Verdruß; sein Stiefvater ist wieder gesund, ist trotziger als vor und eh’.