’s ist aber auch kein Fried’ im Haus — ein ketzerhaftes Poltern vor der Thür und schnurgerade will der Hund von der Kette ab und — sonst doch so ein gescheites Thier — bellt er und winselt heute, wie närrisch.
„Geh’ Maidle, schau, was draußen hergeht.“
Das Maidle macht kaum die Thür auf: „Herr Jesseles, der Franzel!“
Ein Geschrei durch’s kleine Haus: „Der Franzel ist da!“
Ein Herbeistürzen aus der Küche, aus der Kammer, vom Hofe herein. Nur der Vater — so sehr ihm auch die Freude aus den Augen leuchtet — trottet langsam, er weiß, der Junge läuft ihm nicht davon. Die Mutter, schier schämig vor dem Herrn Sohn, wischt mit der Schürze den Arm, daß er tauglich wird zum Willkomm; sie denkt: ein bissel wird sie wohl schon geweiht sein, seine Hand. Das geschäftige Maidle hat ihm die Reisetasche abgenommen und den Regenschirm — gottlob, diesen Regenschirm! Vom Kronenwirth die Burga bringt den Handsack herein. So kommen sie zusammen..
„Gott Ehr’ und Dank, daß Du nur da bist!“ schreit die Mutter.
„Grüß’ Gott, Franzel!“ sagt der Vater schmunzelnd.
Der Franz sagt gar nichts, er lächelt nur ein wenig und da hat er richtig noch seine beiden Grübchen hinter den Mundwinkeln! — Man weiß nicht, ob sie sich Alle die Hände gedrückt haben; Kuß hat’s keinen gesetzt. So ein Küssen ist nicht der Brauch dort im Gebirge, wo die Tannen wachsen.
Die Ahndl ist im ersten Freudenschreck in den hintersten Ofenwinkel gerannt und an ihre Rockfalte hat sich das größere Knäblein geschmiegt, dem ist diese Rockfalte zu aller Zeit der sicherste Hort. Nun schleicht das Mütterchen mählich hervor und luget unter der Achsel dessen durch, der dort Vater, hier Sohn ist, ihr Kind, das ihr die anderen Kleinen in den Arm gelegt. Sie luget auf den Franzel hin.