Das Schreiben laß bleiben. Kommst heim, bist brav, sollst mich haben.
Margaretha Krautwascherin.“
Wie war sein Brief so gut und treu und „gottsunmöglich“ schön, und wie war diese Antwort so kurz und kalt. Die Gretl litt viel Marter und Pein, aber sie vermochte nichts über den Alten, nur daß sie noch heimlich zwei Blümlein in den Brief zu schmuggeln verstand. Ein Vergißmeinnicht und eine brennende Lieb’.
Wie ein Kaiserjäger fensterln ging.
Heimweh, wie ein Alpenkind! So geht das Wort. Das Wort ist begründet; ist’s aber auch das Heimweh? Wer möchte sich nur so sehr sehnen nach den Felsen, nach den Wäldern, nach den Hängen, die den Menschen alle Bequemlichkeit versagen, die ihm kein gutes Stück Brot und keinen Tropfen Wein geben.
Aber das Alpenland umarmt und speist sein Kind mit reiner, leichter Luft, erquickt es mit frischer, klarer Quelle, und zu tausendmal ist’s wahr: das Alpenkind, das lebt von der Luft.
Wenn der Bergsohn in der Fremde weilt, und es kommt das Heimweh in sein Herz, und er denkt an seinen fernen Ort und an seine Menschen zurück, und er denkt wohl gar an ein Wesen, das er mehr liebt, als all’ die Anderen, dann steht’s trüb um ihn; und wenn er den Gedanken nicht unterdrücken kann, so wächst und wächst derselbe und erschwert das Gemüth und wird zur Pein.