Da rief der Kaiserjäger lustig aus: „Schwäger, grüß’ Euch! Na, dem Bachnatzl hat’s ’golten? Schon recht, Schwäger, hättet Ihr ihn nur noch kräftiger durchgebläut, hättet Ihr ihm seine Säbelbeine abgeschlagen, diesem verdächtigen Mauser!“

Die Chronik erzählt, daß Josef jubelte — jubelte über die Schläge, die er von den Brüdern seiner Minna erhalten, sie waren ja dem verhaßten Nebenbuhler zugedacht. Wohl erzählt die Chronik auch von einer zerschlagenen Patrontasche und von blauen Flecken hinter einem grauen Mantel; aber dies Alles tritt in den Hintergrund, nachdem Josef in der Stube bei Minna sitzt und die Versicherung vernimmt, daß sie freudig auf ihn warten will, bis er seine Jahre ausgedient haben werde.

Die drei Brüder Minna’s wollten das ganze Haus aufwecken und schreien: „Der Josef ist da!“ Aber dieser verbat sich’s. Kaum daß er Minna in den Armen hielt, so war’s schon wieder Zeit zum Aufbruch. Am Bahnhofe schlug das Signal des Zuges nach Süden.

Zwölf Stunden später steckte der Kaiserjäger den Schlüssel an die Thüre des Vorzimmers seines Herrn; es war Alles noch wie gestern.

Noch an demselben Abend kam auch der Oberst von Wien zurück: „Was hat Er gemacht, Josef, während meiner Abwesenheit?“ fragte er seinen Diener.

„Geschlafen, Herr Oberst,“ war die Antwort, „aber mir hat viel geträumt.“

„Was hat Er denn für blaue Beulen hinter den Ohren?“

„Weiß Gott, Herr Oberst, ich steige im Traum oft so umher!“

Der Schalk!