Als Koloman heim zu seinem jungen Weibchen kam, erzählte er viel Gutes und Schönes von dem frommen Ordenspriester, und sofort begann er sein Haus nach dem biblischen Style der heiligen Familie einzurichten.

Er führte das Zimmerhandwerk fort, hobelte und leimte und war gottesfürchtig dabei. Auch lebte er eine Zeit lang in Entsagung; und sein Weib — das sich auch den jungen Klostergeistlichen zum Beichtvater erwählt hatte, — theilte mit ihm gern diese Entsagung, und so führten sie ein beschauliches und erbauliches Leben.

Koloman hatte den Frieden des Leibes und der Seele; und einmal brachte ihm sein Weib einen Lilienstamm — (es war aber eine Zwiebeldolde) — nach Hause, auf daß er ganz und gar der zweite heilige Josef sei.

Zu diesem Zwecke hatte sich der Koloman auch den Bart wachsen lassen, und in seiner Stube trug er gern einen langen, farbigen Rock und Sandalen an die Füße gebunden. Tabakschnupfen konnte er wohl nur insgeheim, hingegen wußte er, wenn Jemand zugegen war, sehr salbungsvoll zu hobeln und hatte auch häufig die Augen gegen Himmel gerichtet, außer wenn ihm irgend welcher Arbeitslohn in die Hand gelegt wurde, da guckte er sofort auf das Geld, ob nicht etwa ein falscher Silberzehner dabei.

So verging die Zeit. Wohl alltäglich las der Koloman sein Capitel aus der Heiligen-Legende, aber allen Büßern und Märtyrern sagte er es in’s Gesicht: „Ihr Hascherle, was seid Ihr gegen mich? Ich bin Josef, der Sohn Isak’s, der Sohn Jacob’s!“

Da geschah es einmal, daß Maria, sein Weib zu ihrem Manne sagte:

„Koloman, hast gutes Kirschbaumholz liegen?“

„Warum?“ versetzte er.

„Nein, ich frag’ nur,“ antwortete das Eheweib und blickte demüthig zur Erde und beschäftigte sich mit den Häkelchen ihrer Joppe.