„Zu dem Geschäft such’ Dir einen Andern, Förster.“

„Nun, zu Deiner Beruhigung — Du weißt ja, daß ich dem Herrn den Büchsenspanner abgebe — werde ich das Gewehr blind laden.“

„Das ist eine Red’. Jetzt hast mich. Wo will der Herr Graf den Hahn schießen?“

„Oben im Donnerwald, etwa bei der Zwiselfeichten. Je weiter und schwieriger der Weg, desto größer das Vergnügen. Kennst ja das, von den hohen Herren. Und um drei Uhr, wo’s g’rad noch die rechte Finstern hat. Nicht vergessen auf’s Balzen!“

„Ist recht.“

Sie verabredeten noch Manches und verloren sich im Walde. —

Um Mitternacht wird der Herr Graf höflich geweckt. Er beladet sich mit Allem, was dem alten Jägersmann an den Leib steht. Und wenn der Förster meint, das oder das sei heute nicht nöthig, so sagt der Graf fürsichtig, ’s wär’ immerhin besser, man hätt’s bei sich. Es ist eine klare stille Nacht.

„Excellenz!“ sagte der Förster unterwegs, „heut’ gilt’s Einen. Ich sag’s. So schön ist mir noch Keiner gestanden, wie der heutige.“

„Soll Sein Schade nicht sein. Doch — hat Er’s gehört, jetzt? Ist das nicht ein Schuß gewesen?“

„Wahrhaftig,“ lachte der Förster, „auf’s Haar wie ein Schuß; das hat mich anfangs auch immer getäuscht. Nein, Excellenz-Herr, eine Lawine ist im Höllgraben drüben abgegangen. Das ist um diese Zeit nichts Seltenes.“