Je höher sie emporkamen gegen den Donnerwald, desto leiser wurde ihr Gespräch. Als sie bei der Rothbuche waren und horchten, hörten sie das erstemal balzen. Nun hub das Laufen an, um dann, während der Hahn wieder schwieg, starr wie ein Baumstrunk still zu stehen.
So waren die beiden Jäger allmählich zur Zwiselfeichten gekommen, in dessen buschigem Gewipfel das Thier schnalzte und balzte, daß es eine Lust war.
Der Förster führte den Grafen auf den rechten Standpunkt und fragte flüsternd, ob er dort oben den Hahn wohl sehe.
„Wohl, wohl! ’s ist ein sakrisch mächtiger Kerl.“
„Natürlich, das schwarze Bündel dort ist der Baumwipfel. Daneben, der kleine Punkt....“
„Gut, gut!“ entgegnete rasch der Graf und fuhr mit dem Schaft zur Wange. — Puff! war auch schon der Knall da. Man meinte, schier zu früh, aber siehe — diesmal Glück! Das Thier rauschte herab von Ast zu Ast und schwer fiel es nieder auf den Boden.
Der Graf sprang hinzu, jauchzte, jubelte; es war auch ein prächtiger Vogel. — Das Telegraphenamt! Allsogleich berichten der Gemahlin, den Freunden: Vivat, den Hahn geschossen. Morgen großer Schmaus! —
Ein herrlicher Vogel fürwahr! und gerade mitten in die Brust getroffen! Aber — was hängt doch daran? An den Klauen hängt ein Knollen — was das sein mag? — Sogleich ist Licht gemacht — welch’ eine Erscheinung?! In die Klauen verhakt lag ein vollgedunsener Tabaksbeutel.
„Verdammter Esel!“ fluchte der Förster für sich und rasch setzte er bei: „Der erste Fall in meiner Praxis, Excellenz-Herr, wo mir das vorkommt, was erzählt wird, daß Auerhähne bisweilen in die Nähe der Holzarbeiter dringen und verschiedene Gegenstände, die die Leute irgendwo bei Seite gelegt, mit sich forttragen. Ich wette, diese Tabaksblase ist ein solcher Raub. Seltsam, seltsam!“