Der Graf starrte drein und sagte kein Wort. Den Vogel ließ er liegen; auf dem kürzesten Weg eilte er dem Bahnhofe zu. Und der Michel kletterte verzagt von der Zwiselfeichten, von welcher er früher den todten Vogel herabgeschleudert hatte.

„Was kann denn ich dafür!“ betheuerte er dem Förster, „Ihr seid zu früh dagewesen. Wie der Schuß fällt, hängt der Vogel noch fest an meinem Gurt. Ich reiß’ ihn eilends los, nu, und hab’ halt meinen gottverblitzten Beutel mit hinabgeworfen.“

In acht Tagen war das Revier verkauft.

Studentenpulver.

Da gingen einmal drei Studenten auf Vacanzen. Sie machten eine Bergreise im Salzburgischen und hatten viel Courage und wenig Geld. Der Eine, Markus Frischer, hatte in Berchtesgaden wohl eine kleine, zierliche Dose herausgefeilscht und dieselbe hübsch mit Schnupftabak gefüllt, um dem zu besuchenden Pfarrer in Sanct Barbara damit ein Geschenk zu machen. Das sollte bei dem geistlichen Herrn — einem weitläufigen Verwandten Frischer’s — eine feine Aufnahme und noble Bewirthung bezwecken. Als sich der Herr „Vetter“ aber nur mit einem einzigen Glase sauren Weines und etlichen Stücklein Brotes, die er selber vorschnitt, einstellte, ließ der Enttäuschte in den Wirren des Abschiednehmens die Berchtesgadner Dose heimlich wieder mitgehen.

Dann kamen sie in’s Pinzgauische hinüber, in das Wildschützenland.

„Hier wohnen lauter fromme Leute,“ sagte Studio Grußing, Candidat der Juristerei, der größte und kühnste von den Dreien, „in den Bauernhöfen, wo wir zusprechen, wollen wir fleißig geistlich werden und einstens unsere heiligen Messen lesen für die Wohlthäter. Werden dabei nicht verhungern, versteht Ihr? Aber Geld! Es giebt pulverisirte Tausender genug zerstreut im Lande, es wäre beim Zeus doch schmählich für so drei Kreuzköpfeln —“