Ich war im Moment so erschrocken, daß ein ganzes Planetensystem vor meinen Augen funkelte.

»Verflucht!« rief ich, »wer ist da?«

»Stell di nit so närrisch, du Dingli; meinst, wo de gohsch und wo de stohsch, sin G'spenster! Luig me an, ob i nit der alt Friedli bi, der bsinnig!« Diese Worte sprach ein armseliges Gestaltlein, und dann reichte es mir die Hand. Ich nahm sie an.

»Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?« fragte ich.

»Gueten Obe, de Friedli isch's halt; wonn der wilsch und wonn de z'friede bisch, so weis' i dir e Hus zum schlofe huit; de Nacht isch lang und chüel. Verstöhnt der mi?«

»Angenommen,« sagte ich, »aber führen Sie mich in das nächstbeste Gasthaus, je näher am Berge, je besser, ich will mir für morgen den Weg auf den Rigi so kurz als möglich machen.«

Dann führte mich das Männchen unter fortwährendem Geplauder. Fast possierlich sah es aus; es hatte, wie ich jetzt in der Sternenhelle bemerken konnte, einen Höcker, und trippelte damit geschäftig neben mir her und machte mich auf jedes Steinchen und auf jede Wurzel, über die wir schritten, aufmerksam.

Und bald kamen wir ins »Hus«. Aber das war zu meinem Erstaunen kein Gasthaus, sondern ein großer Bauernhof mit vielen Ställen und Scheunen, aus denen mehrere Blechschellen, wie sie die Herden haben, ertönten.

Als mich mein Begleiter ins Wohnhaus führte, sagte ein Weib, das an der Türe stand, und an dem ich in der Dunkelheit nur bemerken konnte, daß es sehr beleibt war: »Je, Friedli, wen bringst denn da?«