»E Büebli, das im Wald isch gsi und ke Hus g'funde het,« antwortete das Männlein und rieb sich die Hände.

Jetzt kamen auch noch andere Leute herbei, und sie lachten und endlich führten sie mich in eine Stube, die sehr geräumig und reinlich war, und in welcher eine Petroleumlampe brannte.

»Entschuldigen Sie, man wird nicht hier bleiben können?« sagte ich.

Da entgegnete mir ein stämmiger Mann, der in Alpentracht war und ein Pfeifchen schmauchte: »Gasthaus ist zwar keines bei uns, aber wenn Sie nicht gern mehr hinabgehe nach Immensee und weil Sie der Friedli schon einmal gebracht hat, so bleibe Sie in Gottesnamen nur da; wenn Sie zufriede sein wollen, wir tun Ihnen gut, wie wir's haben.«

Nach diesen Worten zog er über den Tisch, der in einer Ecke der Stube stand, ein weißes Tuch, und das Weib, welches früher an der Tür gestanden war, brachte Brot, Butter, Honig und eine Schale Milch, und dann luden sie mich ein, daß ich mich hinsetze und esse.

Da setzte ich mich zum Tisch und aß.

Das Männlein, das mich gebracht hatte, kauerte in einem Winkel der Stube und sah mir wohlgefällig zu, wie ich mir erkleckliche Brotlappen herabschnitt, sie auf einer Seite fürsorglich mit Butter, auf der anderen minniglich mit Honig bestrich, und meinen Appetit spielen ließ.

»Nun, wie ist denn das?« fragte ich endlich, als der Mund einmal einen Augenblick frei war, »der Mann dort hat mich im Hohlweg aufgefangen. Ist das ein Fremdenführer?«

»Ei nein,« sagte der Hauswirt fast hochdeutsch, »er ist ein Vetter von meinem Weib und da behalten wir ihn so im Hause, trotz der Albernheiten, die er tut.« Und mit einem Finger auf die Stirne klopfend: »Hat da d'rin lauter Räder, sonst nichts! Ei ja, tun tut er niemandem nichts, will allen Leuten, die ihm begegnen, Gefälligkeit erweisen. Einem Narren sieht man doch damit gleich.«

»Aber das war nicht dumm, daß er mich da hergeführt hat zu Milch und Honig!«