V. Sie übertreiben. Ein moderner Schriftsteller schreibt sein ganzes Leben lang nicht mehr, als was ein Esel ihm nachzuschleppen vermag.
A. Aber bedenken Sie, daß kein Esel groß genug ist, um mit einem deutschen Dichter zu gehen. – Des bin ich zwar überzeugt, wenn aller Spreu von der Weltliteratur aller Zeiten ausgeschieden wäre, so trüge sie ein Esel leicht auf seinem Rücken, und zwar auf einmal.
V. Sie wären frivol genug, sich über den Untergang der Alexandrinischen Bibliothek zu freuen?
A. Bedauern können den Verlust fremder Gedanken nur die, so keine eigenen haben. Hingegen vergleiche ich Schriftstehler, welche aus fremden Büchern eigene schreiben, mit jener Katze, die ein Pfund Butter fraß und doch nur dreiviertel Pfund wog.
V. Herr, Ihre Bemerkungen mögen am Ende auch kein eigenes Fett sein.
A. Vielleicht spare ich mir selbes auf das Werk, das Sie haben wollen.
V. Sie schreiben doch jeden Tag!
A. Briefe.
V. Wohl doch nicht lauter –