Ihm gesteh –? Es ist unmöglich! Unmöglich!

9. Oktober.

Seine Studenten lieben ihn auch. Sie haben ihm gestern zu seinem Geburtstage einen Fackelzug gebracht.

»Der gilt dir!« jubelte er mir heimlich zu, »es ist ja der erste, den sie mir bringen.«

Zum Fenster rief er hinab: »Ihr jungen Freunde! Mein Leben ist licht geworden. Opfert den Göttern, daß ich demütig bleibe!«

»Ludwig,« sagte ich später zu ihm, da wir allein waren, »Philosophen pflegen sonst dem Glücke nicht sehr zu trauen. Ich kann nicht so zuversichtlich sein.«

Nach einer Weile habe ich beigesetzt: »Du hast nur einen einzigen Fehler, lieber Mann. Daß du so gar nicht eifersüchtig bist.«

»Diese Bemerkung,« sagte er darauf, »beweist, daß ich ganz recht habe, es nicht zu sein.«

Ich las einmal, daß es Frauen gibt, die ihre Männer nicht allein mit Eifersucht quälen, nicht allein hintergehen, sondern sie auch eifersüchtig haben wollen. Bei Gott, von diesen bin ich doch keine. Wie könnte ich glücklich sein, über sein Vertrauen!