Einen Stich gab's mir im Herzen, ich wankte ins Haus.

Ich liebe ihn! Ich liebe ihn so heiß, daß ich den Frevel nicht begreifen kann, wie ich einst sagte: bloß Mama zum Trotz.

4. August.

Es wird nicht anders. Es ist fürchterlich!

11. September.

Heute ging Karl vorbei und blickte zu meinem Fenster herauf. Kaum konnte ich mich noch verbergen, daß er mich nicht sah. Ich weiß nicht, was größer ist, mein Haß gegen ihn oder meine Verachtung gegen mich.

30. September.

Heute fand Ludwig, daß die Haustreppe für mich zu steil sei und will sie flacher legen lassen. Ich beschwor ihn, daß es nicht der Fall ist. Zum mindesten belegt er sie mit Teppichen, daß es meine Füße recht sanft haben sollen.

Wie er strahlt vor Glück, wenn er mir etwas Liebes erweisen kann! Mein ganzer Tag, meine ganze Existenz ist lautere Liebe von ihm.

Mama kommt mit ihren Ratschlägen, die mir zuwider sind, ich will nur ihn hören – und daß ich's tue, zu tun vermag, ist eine Schmach für mich.