Ludwig überschüttete mich mit Gaben, mich und das Kind, als ob es schon da wäre und spielen und jubeln könne. Und er saß in der dunklen Ecke des Zimmers und sagte kein Wort, sondern verdeckte sein Gesicht mit den Händen. Ich wußte nicht, was es war, und der Christbaum gab einen Schein, wie die Lichter an einer Bahre.
Ich wagte nicht, ihn zu fragen nach seinem plötzlichen Kummer, denn ich glaubte, daß er nun alles wisse. Aber es war doch was anderes, denn endlich stand er auf, trat zu mir heran, die ich allein am Tische des Baumes gesessen war, und küßte mich so herzlich und treu, daß es nicht zu beschreiben ist.
28. Dezember.
Er ist nicht, wie er sonst war.
Er ist liebreich und gütig gegen mich wie immer, aber er ist nicht so heiter. Er ist zerstreut, ist viel an seinem Arbeitstische, arbeitet aber nicht, sondern schaut mit aufgestütztem Haupte nur so vor sich hin.
Er muß einen Kummer haben. Hundertmal wollte ich ihn schon fragen, was es sei, aber ich kann nicht, ich vermag's nicht, ich weiß nicht warum. Wüßte er etwas, wie könnte er so herzlich mit mir sein, es wäre ja nicht möglich.
30. Dezember.
Er ahnt doch etwas. Heute sprach er davon, daß es Zeit sein dürfte, das Wochenzimmer zu bereiten.
1. Januar 18**