»Am Ende ist doch etwas dahinter,« meinte der Richter und begann, dieweilen er seine Pfeife stopfte und in Brand steckte, über mancherlei nachzusinnen.

Und also hatten sie zusammen sich über den jungen Mann unterhalten, der sich als Mörder gestellt hatte. Fräulein Ludmilla war völlig still dagesessen. Sie hatte sich in ihre Häkelarbeit vertieft. Auf einmal stand sie auf und ging rasch zur Tür hinaus.

Die Frau seufzte. Der Richter sagte: »Morgen früh sogleich will ich die Geschichte untersuchen. Am Ende ist doch etwas daran.«


Die Nacht war schlaflos vergangen. Max Seelader hatte sich samt seinen Kleidern ins Bett gelegt. Seine paar Sachen hatte er schon gestern in einen Sack getan und sie nicht mehr ausgepackt. Nur eine kleine Photographie war aus der Tasche hervorgeholt und auf das Tischchen neben seinem Lager gestellt worden. Ein Mädchenkopf, das Original haben wir schon gesehen.

Zur Stunde, als der Kreisrichter im Amte zu erscheinen pflegte, ging der junge Mann hin zu ihm und sagte: »Da Sie mir mein Recht vorenthalten wollen, so reise ich jetzt zum Landesgericht, das ich um Strafe bitte. Teurer Herr! Vor Ihre Familie darf ich nicht mehr treten. Ich danke allen für alles Gute, ich sage Ihnen Lebewohl. Verzeihen –«

Er stockte.

»Jetzt lasse ich Sie aber nicht fort, lieber Seelader,« sprach der Richter, »daß bei Ihnen etwas nicht richtig ist, sehe ich nun. Setzen Sie sich zu mir und erzählen Sie mir ruhig das Anliegen, welches Sie drückt.«

»Ich danke Ihnen. Aber Beichte und Freundeszuspruch können mir nicht viel nützen. Es wird besser sein, wenn auch Ihre Herren Adjunkten anwesend sind. Und der Arzt, damit sichergestellt wird, daß ich nicht geisteskrank bin.«