Das Jauchzen des Glücks, das Drohen des Zorns,
Das Gelöbnis zum Bruderbunde,
Es klinge hinaus im dreifachen Lied
Der hehren Weihestunde;
Es wecke Freude, Mut und Kraft
Und dämpfe rohe Leidenschaft.

Den ersten Sang, o singet ihn froh
Im seligen Ahnen und Sehnen,
Er gilt dem Geiste der Ewigkeit,
Er gilt dem Guten und Schönen.
Die Guten und Schönen auch unserer Wahl,
Begrüßet sie minnig im Liedesschall!

Den zweiten Sang, o singet ihn laut,
Er braus' von Geschlecht zu Geschlechte,
Das Schwert in der Hand, so weihet ihn, traun,
Für heilige Menschheitsrechte.
Der Unschuld Schutz, der Freiheit Wehr,
Der Falschheit Trutz, der Wahrheit Ehr'!

Den dritten Sang, Walkürenruf,
Die Schilder kühn geschwungen!
Des Vaterlandes Hochgesang
Erschall von allen Zungen.
Dem deutschen Volk in Fried' und Streit
Mit Herz und Hand in Ewigkeit.

Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
Erschuf auch klingende Kehlen,
Und manches, was das Schwert zerriß,
Das Lied kann's wieder vermählen.
Der Schönheit Band, der Freude Gruß
Die Menschen brüderlich einen muß.

[Zum Kongreß der Schwachsinnigenfürsorge in Graz.]

1908.

Auf dem Wege zum Licht lasset keinen zurück.
Führet jeden mit euch, der vergessen vom Glück.
Dem die Ampel verlosch, dem die Glut nie gebrannt,
Das Kind, das den leitenden Stern nie gekannt,
Sie taumeln in Nacht und Verlassenheit. —
Ihr begnadeten Pilger der Ewigkeit,
Führt alle mit euch in Liebe und Pflicht.
Lasset keinen zurück auf dem Wege zum Licht!