Ihr hochgeschätzten Gäste,
Ein wohlerwogner Rat:
Der Heimatsehren beste
Ist eine gute Tat.
Hißt auf die Fahnen weiß und grün,
Und laßt das Alphorn schallen hin,
Die Brüder all zu rufen.
Und zu des Altars Stufen,
Die wir der Styria
In heißer Liebe schufen,
Kommt her aus Fern und Nah.
Der Mund für Sang und Bechersrand,
Das Aug' dem Licht, die offne Hand
Den armen Landsgenossen.
Aus Zeiten, längst verflossen,
Ist uns der Väter Art
Ins warme Herz gegossen,
Daß sie die Scholle wart'.
So danken wir in Tat und Spiel,
Daß dieses Land vom Himmel fiel
Und unser Heim geworden.
Und daß nicht durch die Pforten
Zieh' fremder Geist herein,
Der Ahnen Kraft zu morden,
Die Brüder zu entzwein —
Des laßt in Einigkeit uns stark
Der heißgeliebten Steiermark,
Der heiligen Heimat walten.
Und damit nicht erkalten
Die Heimatliebe mag,
Soll nunmehr sich gestalten
Ein froher Steirertag,
Zu zeigen, daß in Glück und Not,
Und wenn den Brüdern Unheil droht,
Wir treu zusammenhalten.
[Festgruß.]
Geweiht dem Wiener Sängerbunde zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum.
Ein Herold im freien Alpenland
Naht brüderlich deutschen Söhnen,
Zu grüßen als Sänger mit schlichtem Wort
Die Sänger mit klingenden Tönen.
Grüß Gott! Grüß Gott! erschall aufs neu
Des Vaterlandes Ehr' und Treu!
Es grüßt euch, Sänger, die blühende Stadt
Mit frohem Festesrauschen,
Bereit, der Menschheit hohem Lied
Von eurem Mund zu lauschen.
In ernster Zeit aus Mannesbrust
Ein froher Sang ist Trost und Lust.