Die hölzerne Hochzeit ist die gefährlichste,
Weil sie am leichtesten Feuer fängt.
Hochzeitsgruß.
Ich seh' die lieben jungen Leut'
Mit seligsüßem Blick lachen,
Man kann aus kurzer Seligkeit
Ein lebenlanges Glück machen.
Die Lieb' allein ist nicht genug,
Man muß es mit Geschick machen.
Und seid ihr liebevoll und klug,
So wird euch Gott die Brück' machen.
Habt Nachsicht mit Roseggers Gruß,
Er kann kein schöneres Stück machen.
Tafelgruß zu einer Vermählung.
So steht's geschrieben denn:
Heil sei den Liebenden,
Die heut im siebenten
Himmel frohlocken.
Lasset nun diese Zwei
Im Paradiese frei
Wundersam süße Mai-
Blümlein brocken.
Doch ist's leicht selig sein,
Wenn uns den Himmel ein
Andrer gebaut.
Denk' ich dein, lobesams
Stammhaus des Bräutigams,
Denk' ich dein, Stammhaus
Der lieblichen Braut.
Segle nun frohgemut,
Schifflein, auf hoher Flut,
Unter den Sternen der Liebe und Treu.
Ich will zu dieser Stund'
Preisen der Eltern Bund,
Leuchtendes Vorbild der glücklichen Zwei
Preise, mein Weihgesang,
Waldsängers Treugesang,
Preise den Schöpfer
Der künftigen Welt.
Was einst in Fleiß und Recht
Erntet ein neu Geschlecht,
Haben weitschauende
Ahnen bestellt. —
Grenzstein der neuen Zeit
Und der Vergangenheit
Ist der zur Trauung
Geschmückte Altar.
Wenn ich des Rheines Reb'
Urdeutschen Wein erheb',
Grüß ich dich, junges,
Dich, älterlich Paar.
Heil sei den Preislichen,
Die hier am häuslichen
Herde warm hocken!
Heil sei den Liebenden,
Die heut im siebenten
Himmel frohlocken!
Euch eint, ihr Ziehenden,
Der mit dem glühenden
Hammer des Herzschlags
Geschmiedete Ring.
Haltet den Talisman,
Der euch das Glück gewann,
Nimmer den goldnen
Hüter gering.
Segle nun, frohgemut,
Schifflein, auf hoher Flut,
Segle ins wogende
Leben hinaus.
Unsere Liebe zieht,
Paar, als dein Engel mit
Ein in dein alpen-
Umfriedetes Haus.
[Einem dramatischen Volksführer.]
1905.