Das Volk bringst leicht du
Zum Lachen und Weinen,
Zum Jubeln und Greinen;
Zum launigen Spiele,
Es hüpft und es kriecht.
Froh dorthin, o Dichter,
Wo du es haben willst,
Wo du es retten kannst,
Bringst du es nicht.

[Flüchtiges.]

Eine kurze Zeit wohl möcht' ich leben
Auf der Erde und dann selig sein.
Ohne Leid zu kennen, dürfte eben
Wahre Lust mir nicht recht stellig sein.
Auch der Himmel braucht vom Gegensatze,
Will er uns so ganz gefällig sein.


Das Heute war gestern: morgen,
Und morgen ist es schon: gestern.
Es lohnt sich nicht, um zu sorgen,
Nicht, um zu loben, zu lästern.
Die Freude an gestern, die Sorge um morgen,
Sind zwei müßige Schwestern.

[Sylvester.]

Wie? Zur mitternächtigen Stunde
Hör' ich laute Kreise tagen?
Sylvestergläser klingen,
Sylvesteruhren schlagen.
Essen, trinken, spielen, scherzen!
Ohne Sorge, ohne Reue
Taumeln sie von Jahr zu Jahre,
Und vom alten in das neue.
Ob auch ich dabei bin? — Nein.
Lasset mich mit mir allein.

Einsam in der Scheidestunde
Will ich Glücks und Leids gedenken,
Muß ich doch ein Stück von meinem
Leben in die Grube senken,
Muß ich doch mein wundes Herze
In die fremde Zukunft tragen.
Ist's denn möglich, daß man scherze,
Wenn verhüllte Zeiten tagen? —
Diese Weihestund' ist mein.
Lasset mich mit mir allein.