Und wieder ein Jahr, da wollte der Freund,
Ach, noch was anderes haben:
Schicke mir Erde aus Steiermark,
Muß Weib und Kind begraben!
Und so ersehnte der arme Mann
Auf fernsten, fremden Wegen
Für höchste Freud', für tiefstes Leid
Des Heimatlandes Segen.
[Daheim!]
Was dies Leben mir beschieden,
Es war gut, ich bin's zufrieden.
Könnt' ich eines noch erwerben:
Nur Daheim, Daheim zu sterben.
Nicht auf fernen Wanderswegen
Möcht' ich mich zur Ruhe legen,
Nirgends auf der ganzen Erde,
Als Daheim am eignen Herde.
Vor des Todes dunklen Schrecken
Wollt' ich nimmer mich verstecken
Wenn aus Augen schmerzbefeuchtet
Liebe mir zu Bette leuchtet,
Wenn die Meinen mich umgeben,
Atmend mein entschwindend Leben,
Und aus gottergebnem Sterben
Meines Herzens Frieden erben.
[Wir grüßen dich!]
Wir grüßen dich, Bergland, du teure Heimat!
Wir jauchzen dir zu, wie sehr wir dich lieben.
Wir lieben die blühende Flur — den Brautkranz der Jugend.
Wir lieben des Kornes wogenden Feldplan — den nährenden Vater.
Wir lieben der Weinhügel sonnigen Busen — die säugende Mutter.
Wir lieben den Wald, den dämmernden Garten der blauen Blumen.
Wir lieben der stillen Heide traumvoll sinnende Muse.
Wir lieben den friedlich gebetteten Alpsee,
Wo müde gehetzt das Weltkind rastet
Weich in des Kahnes schaukelnder Wiege.
Wir singen ihm leise ein süßes Schlaflied. —
Vor allem doch euch, ihr stillen Felsen,
Ihr schneegekrönten Wächter der Heimat,
Mit Ehrfurcht grüßen wir euch.
Behütet mit ehernem Wall der Vorfahren heilige Stätte.
Behütet, ihr ewigen Berge, den deutschen Enkeln
Das Land der Treue und Freude!