Gottbegnadet Land! Zur Maienzeit
Sei dir, Styria, ein Strauß geweiht.
Du bist göttlich schön. — Die Felsenstirn
Stolz gekrönet mit diamantnem Firn!
Leuchtend als dein Aug' die klaren Seen,
Wo als Braun die heiligen Tannen stehn.
Hier die goldnen Ähren, dort die Reben
Froh um deinen Busen Kränze weben,
Und allda, wo anderwärts der Spaten
Nichts zu finden weiß, als ewigen Schatten,
Tief in deiner Berge treuem Herzen
Bist du reich an unschätzbaren Erzen,
Deren Kraft der Erde Frucht erneut,
Deren Klang das reine Herz erfreut,
Deren Droh'n die Feinde macht erbeben. —
Schön bist du und herrlich, mild und stark,
Noch im Grabe weltaufbauend Leben
Birgst du, hochgeliebte Steiermark.

[Echte Tracht.]

Mein Steirer, tracht',
Daß echte Tracht
Wird angewandt
Im Heimatland.
Nicht kostümiert,
Nicht falsch geziert;
Im Stoffe echt,
Dem Zweck gerecht,
Die Form gewahrt
Nach Väterart
Und mit Bedacht
Zu Haus gemacht. —
Ob alt, ob neu:
Stets wahr und treu.
So wie der Mann,
So sein Gewand,
Das ist der Brauch
Im Steirerland.

[Singet, jauchzet eure Lieder!]

Singet, jauchzet eure Lieder,
Hochgemute Steirerkehlen!
In der Steirer Herzen wider
Hallt der Jubel eurer Seelen.
Deutscher Heimat süße Sänge
Klingen in den lauen Lüften,
Schlagen an die Felsenhänge,
Wehen über Seen und Triften.
Auf der weiten Gotteserden
Wird kein schöneres Land gefunden;
Durch weißgrüne Bande werden
Mit dem Himmel wir verbunden.
Auf die Scholle sinkt der Sänger,
Daß er fromm das Erdreich küsset:
O geliebtes, heiliges Waldland
Steiermark, sei uns gegrüßet! —
Heimatfreude ist getragen
Von des Liedes Ätherschwingen,
Unsre Lust ist nicht zu sagen,
Darum müssen wir sie singen.

[Dem Heimatlande.]

Hörst du das Läuten, Freund?
Her aus den Weiten, Freund?
Weckt es nicht wonnig des
Wanderers Drang? —
Glaub diesen Glocken nicht,
Laß dich verlocken nicht
Von der Sirene
Weltpreisendem Sang!