Aller Sonnenschein auf Erden
Ist ein traurig Ding,
Wenn nicht schwebt der Einzigen Schatten
Auf dem Wiesenring.

Könnt' ich einmal noch vernehmen
Ihrer Stimme Klang,
Wollt' ich gerne stumm und taub sein
Auf mein Leben lang.

Alle Rosendüfte, welche
Da den Mai durchziehn,
Gäbe ich für einen Hauch
Ihres Mundes hin.

Alles, was ich noch genieße,
Was ich bin und hab',
Ist nicht wert des blassen Staubs
Auf ihrem Grab.

[O Herrgott, wieviel an Liebe!]

Es sinken vom Baum die Blätter,
Der Sommer ist vorbei.
Mein Mund ist noch rot und will küssen
Wie einst im Mai.

Es fallen vom Haupt die Locken,
Mich schrecket der Eule Schrei,
Ich flüchte bange zum Mädel,
Wie einst im Mai.

O Herrgott, wieviel an Liebe,
Und ach, wie wenig Zeit!
Die Lieb' ist nicht auszuschöpfen
In Ewigkeit.