Ach, bist du wirklich, du wahnvolle Welt,
Dann hast du mir das Leben scheußlich vergällt. —
Wie kam ich zu dir voll Lust und Vertrauen,
Wollte nur Schönes und Braves bauen.
Da heucheltest du: desselben beflissen,
Und hast mir all Freud' beschmutzt und zerrissen.
Nun hab' ich mich reichlich matt geritten,
Satt gestritten, satt gelitten. —
Müd bin ich ....


Vor kurzem war ich bei Göttern zu Tische.
Dort läßt man schweigend von allem decken;
Das Faule schiebt man beiseit', das Frische
Läßt man sich schmecken.
Man kann dabei gar viel profitieren,
Wie man mit feinen, noblen Manieren
Sich schicklich mag zu Ende führen.
Kein schrilles Schreien mehr, kein grelles Lachen.
Ich will es von jetzt ab besser machen,
Ein Leben führen, wie es genehmer ist.
Will sogar die Verse ohne Normen,
Ganz nach eignen Launen formen.
Weil es mir so bequemer ist.


Doch was andres will ich wagen
Mit Verstattung noch zu sagen.
Trotz des Sportes, aufzuklären,
Ist es finster, bleibt es finster,
Gute Lehren, Leut' bekehren,
Das sind blaue Hirngespinster.
Sagt's Mephisto oder Faust,
Wie man auf der Erde haust,
Es klingt nach in unserm Ohr,
Und wir bleiben wie zuvor.
Selbst Erfahrung wirkt bedingt
Nur so lange, als sie zwingt.
Wir sind hartgesottne Sünder,
Und ihr Frommen seid's nicht minder.


Doch, es wird spät.
Ich trinke den garstigen Trank zur Neige,
Und schweige.
Wie schön zu schauen auch der Götter Leben,
Es ist verzweifelt schwer, ihm nachzustreben.
Ich betracht' und beklag' als betrogener Zecher
Noch einmal die Welt,
Und schleudere den schillernden Becher
An der Ewigkeit eherne Wand,
Daß er zerschellt. —


Wie bin ich noch wirr, obschon aufgewacht.
Ich merke wohl, der giftige Trank
Hat mich betäubt gemacht,
Todesbetrübt und krank.
Und sollte doch jauchzen, daß er endlich leer ist,
Der vertrackte Humpen, und nicht mehr schwer ist.
Sollte ihn mit sanft laugendem Lethe ausspülen,
Ihn mit meiner eigenen Seele ausfüllen,
Mit der guten und schönen,
Wie sie im törichten Wähnen
Sich selber so gerne tat nennen;
Und sollt' mit solch köstlichem Inhalt
Den Becher stolz himmelwärts tragen! —
Wer ist verwegen? Wer darf das wagen?
Ich bin es nicht, kann es nicht sein.
Meine Seele hat von Welt getrunken
Und ist nicht mehr rein.
Auch hat sie Liebe mit Undank betrogen,
Hat Haß mit erkünstelter Sanftmut belogen,
Torheit mit Torheit aufgewogen. —