Ein freies Leben führte
Der junge Nimmersatt,
Er tat zwar nichts aus Liebe,
Doch liebte er die Tat.

Er hat geraubt, gemordet,
Sonst Unheil viel getan,
Ein Berg von Missetaten
Begräbt den jungen Mann.

Ein Meer von heißen Tränen
Ist über ihn geflossen,
Und wo sein Fuß gewandelt,
Kann keine Blume sprossen.

Nun steht er vor den Richtern
In aller Ruhe da.
Man fragt: »Hast du's begangen?«
Er sagt gelassen: »Ja.«

Er weint nicht und er lacht nicht.
Und einer, der noch glaubt,
Fragt: Ob er nicht bereue?
Er schüttelt kühl das Haupt.

Man führt herein die Mutter,
Der er den Sohn erschlagen,
Sie stummt und starrt ins Leere,
Kann nimmer weinen, klagen.

Man führt herbei die Schwestern,
Die nach dem Bruder schrein;
Man trägt den zarten Säugling,
Den mutterlosen, herein.

Der Jüngling, kalten Auges
Blickt er die Opfer an,
Als fragte er: Was weiter?
Ihr seht, ich hab's getan.

Nur einmal strahlt sein Auge,
Das kalte Auge, licht,
Als die Gerichtsverhandlung
Der Abend unterbricht.

Wohlan, jetzt kommt das Süpplein
Und dann der gute Schlummer,
Er schläft die sieben Stunden,
Ohn allen Gram und Kummer.