[Ständchen.]
In einer Winternacht
Hab' ich dies Lied erdacht,
Es sei als Minnesang
Der Mitwelt dargebracht. —
Ihr Menschen seid nicht wert,
Daß man euch liebt und ehrt,
Daß man sein Herzblut gibt
Für das, was ihr begehrt,
Denn euer Wunsch ist Wahn,
Und schief ist eure Bahn,
Und jeden steinigt ihr,
Der euch ein Gut gewann.
Der euch ein Gut gewann,
Und euch ein Heil ersann;
Und es geschieht ihm recht,
Denn er hat schlecht getan.
Wer eure Laster schürt
Und euch zum Abgrund führt,
Dem euer schändendes
Und falsches Lob gebührt.
Für dies Geschlecht des Kain
Kann Abscheu nur allein,
Statt Lieb' und Opferlust,
Die rechte Gabe sein.
[Kräftigung.]
Was ich suchte, konnt' ich lang' nicht finden,
Was ich liebte, tat zu schnell entschwinden,
Was ich haßte, wollt' mich überwinden.
Doch, was linde Lieb' nicht mochte wagen,
Daß hat droher Trotz zurückgeschlagen,
Und der Kampf hat mich zur Kraft getragen.
[Gen Himmel hinauf.]
Die Menschen bauen, die Menschen zerstören,
Sie lieben, umarmen und schlagen sich tot;
Sie schwärmen von Schönheit, Tugend und Ehren,
Sie klimmen hinan mit großer Not.
Doch sind sie oben nahe dem Ziele,
So stirbt der Drang, es kehrt sich der Wille —
Sie stürzen sich wieder hinab in den Kot.
Das ist der Geschichte ewiger Lauf,
Wir können's nicht wenden,
Nicht ändern und enden,
Unsre Bestimmung ist ewiges Ringen
Gen Himmel hinauf.