Es ruft den einen zwar der Herr
Mit dumpfem Donnerkrachen,
Den andern lockt er noch vielmehr
Mit heiterem Sonnenlachen.
Der eine folgt den Elegie'n,
Der andre frohen Stanzen;
Man kann wohl in den Himmel knien
Man kann auch hinein tanzen.
[Himmel]
[Die Gottsucher.]
Unendlich der Raum,
Unendlich die Zeit,
Kein Ziel und Halt
In Ewigkeit.
Die Kinder des Leides, sie sehnen und rufen,
Sie irren und zweifeln in Nacht und Not
Und suchen nach Gott.
Sie suchen im Buchstaben,
Sie suchen im Bild,
Sie beten und bluten,
Sie streiten wild,
Entzünden die Scheiter zur lodernden Fackel,
Sie suchen im Kelch und suchen im Brot:
»Wo bist du, Gott?«
Sie suchen im Leben,
Sie suchen in Kunst,
Sie suchen in Grübeln
Und Liebesbrunst,
Sie suchen im düsteren Schatten der Tempel,
Sie rufen in der Freiheit Morgenrot:
»Wo bist du, Gott?«
Die Armen, sie wandern
Am Pilgerstab,
Die Weisen, sie suchen
Die Himmel ab,
Sie suchen im schuldlosen Kindesherzen,
Und fragen mit Grauen den starren Tod:
»Wo bist du, Gott?«