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Zum Winter hatte Lars einen Mann in sein Boot genommen, der im Sommer auf der Ziegelei, weiterhin im Lande, arbeitete. Die Ziegeleiherren dort in der Gegend waren Dänen, und sie übten ein strammes Regiment. Da hatten einige von Streiken geredet und waren Genossen geworden. Aber die stöhnten wieder über die Abgaben und das Dreinreden der fremden Führer; und es half den Arbeitern auch nichts.

Es waren aber im Winter unter den Fischern viele, die im Sommer Maurer oder Ziegeleiarbeiter waren. Und mit der Zeit kamen sie zu Lars und sprachen mit ihm. Sie sahen, wie sich die Fischereivereinigung untereinander schützte und half. Da meinten sie, die Arbeiter könnten auch so einen Halt finden und sich an die Fischer angliedern.

„Darüber muß ich erst nachdenken,“ sagte Lars. „Vielleicht kann ich euch dann raten.“

Und er saß lange und sprach mit Peter darüber. „Sieh, wenn das so aus ihnen herauswächst, der Wunsch, Peter, dann mag da was dran sein, ich habe ja immer an so was gedacht. Wenn sie auch gemeinsam Geld zurücklegten, wie wir, und ruhige, ordentliche Leute aus ihrer Mitte zu Führern hätten. — Was meinst du, Peter?“

„Ja, wozu eigentlich, Lars? Was soll es ihnen nützen?“

„Dann wüßten sie, wo ihr Geld bleibt, und wenn so eine große Menge fest zusammenhält, wagt sich die Parteihetzerei nicht so leicht heran.“

Peter nickte bedächtig vor sich hin. Dann saßen sie auch noch eine Weile und sannen, denn das Entschließen wuchs langsam bei ihnen aus schwerem, ernstem Denken heraus.

Der scharfe, harte Wind war in dem Herbst irgendwo in blauduftigen Fernen schlafen gegangen. Die gelben Blätter an den Buchenzweigen hoben sich an jedem Morgen wieder lautlos aus dem lichten Nebel und wiesen um Mittag wie goldene Finger in das durchsichtige Blau hinein. Ganz unmerklich breitete es sich wie ein abgelegtes Kleid von matten Wunderfarben um den moosig grünen Fuß. Und in den Knicks leuchtete an jedem Tage neue jauchzende Buntheit. Tiefrote Blätter und grelle Beerenbüschel, die in die Sonne hineinlachten wie ein heller Trompetenstoß. Daneben strebten späte, gelbe Blüten nach einer letzten, sonntäglichen Daseinsfeier. Aber im stillen, lauen Wasser hatten die Fischer mühsame Arbeit. Der Hering hielt sich in der Wärme nur kurze Zeit nach dem Fang, und der kleine Fischdampfer hätte an allen Enden zugleich sein sollen. Bis das Boot mit den Fischen zu den ausgemachten Sammelstellen kam, wo der Dampfer hielt, da drohte der Hering schon zu faulen. Denn manche Fischer hatten einen weiteren Weg, weil die Anlegestelle nach der Mehrzahl bestimmt war.

Kords hatte sich mit dem roten Trollsen zusammengetan, und die zwei Männer taten in zwei Booten die Arbeit von vieren. Nun verlangten sie, daß der Dampfer dicht bei ihren Fischplätzen anlegen solle. Aber sie bekamen den Bescheid, daß für zwei Männer der ganze Ertrag nicht benachteiligt werden könne. Da gerieten sie in Zorn und kamen zu Lars. Sie trafen ihn bei Mutter Stina. Und die kleine, alte Mutter Stina sank ganz in sich zusammen, als die lauten, zornigen Männer vor Lars hintraten. Der große, starke Fischer stand ganz still und fast gleichgültig, als sie ihm die Fäuste vors Gesicht hielten.