Lars legte das Netzzeug aus der Hand und sah sich um. „Was will der bei dem Wetter?“ sagte er böse.
„Werden draußen wohl die besten Fischplätze belegt haben, da versucht er’s hier.“
„Ist aber gegen die Abmachung.“ —
„Sieh, jetzt da drüben, wo Kords fischt, der geht wieder Anker hoch und läuft quer über.“
„Er soll nur nicht wieder anfangen mit dem Vorlaufen, das ist nicht das Rechte.“
„Er tut’s aber doch und sieh, da muß der andere wieder Kurs ändern. — Nun geht er da auch noch vor. — Der andere muß ganz nach der andern Seite kreuzen.“
Lars nahm die Netze wieder hoch. „Heute hat er das Recht ja eigentlich auf seiner Seite. Aber so macht’s nur böses Blut. Das ist nicht das Rechte. Ich will’s ihm sagen.“ —
Am nächsten Tage ging Lars zu Kords hin. Und er warnte ihn, daß er es nicht wieder tun solle. Aber Kords fuhr auf und fragte, ob sich Lars jetzt als Herr aufspielen wolle. Er sei sein eigener Herr und wolle es bleiben. Und er schrie so laut, daß noch ein paar Männer, die beim Segelfärben standen, herankamen.
Und sie standen zu Lars und gaben Kords alle Unrecht. Lars blieb ganz ruhig dabei, aber es kam doch so weit, daß Kords Lars die Arbeit für den Winter aufsagte. —
Auf dem Heimwege kam Lars ins Sinnen. Es tat ihm leid, daß Kords mit ihm gebrochen hatte, aber all seine harten, wilden Worte hatten Lars darum nicht weiter getroffen. Und daß die andern zu ihm standen, fest und zornig wie zu ihrem Könige, darüber mußte er lächeln. Das hätte ihn früher alles durchschüttelt in Zorn und stolzer Freude. Jetzt war es so, als ginge es ihn nicht viel an. Er wußte jetzt, daß er etwas zu wirken hatte hier in seiner Welt, das kein anderer für ihn tun konnte. Aber er grübelte und sann nicht mehr darüber nach. Er ging nur Schritt vor Schritt und wußte, daß er irgendwo ein Ziel erreichen werde. Und es war ein stilles Freuen in ihm, wie er in den lichten Abend hineinsah.