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Ja, das waren ein paar gute Jahre für Lars Asmussen. Gerade wie der Pflanze, tut auch dem Menschen ein wenig Sonne not, wenn er sich voll und breit entwickeln soll. Packt ihn dann auch wieder der Sturm, so kann er nicht mehr sein Wachstum hemmen und ihn in krüpplige Formen zwängen.
Unbewußt fühlten es die Leute, wenn sie mit Lars redeten: Das war ein Mensch, der vor ihnen stand. Es war ein rechtlich starker Mann, und es war auch ein tüchtiger Arbeiter; aber unter dem rauhen, blauen Zeuge saß auch ein menschlich warmes Herz. Damals, zur Zeit seiner hölzernen Rechtlichkeit, achteten ihn alle, aber jetzt hatten viele Leute Lars Asmussen lieb.
Ja, das waren ein paar gute Jahre, das fühlte er selbst. Aber solche Leute, wie Lars, müssen immer wieder aus dem glatten Strome heraus. Kein Mensch kann sagen, warum es so ist.
Der Sturm lauerte darauf, Lars Asmussen zu packen. Und an einem schönen Juniabend fing sein erstes, leises Drohen an.
Kapitel XXX
Es war ein Juniabend. Die Sonne war längst gesunken, aber alle Dinge schwammen noch in milder Klarheit. Der Vollmond hing im schimmerigen Abendhimmel, aber es ging kein Scheinen von ihm aus in den taghellen nordischen Abend.
Die breite, lichte Scheibe hatte etwas Geisterhaftes in dem geheimnisvoll stillen Abendlicht. Auf der lichten, spiegelnden Fläche waren Lars und Peter bei der Arbeit. Vom Ufer kam der Duft der glänzenden Hollunderblüten und ferner, weicher Vogelgesang. Unbewußt hatte die beiden der Frieden eingesponnen, daß sie kein Wort sprachen und manchmal in der Arbeit inne hielten und sich umsahen.
„Sieh, da kommt doch wahrhaftig von draußen ein Boot.“ Peter zog die Riemen ein und starrte vor Verwunderung.